Nachrichten der Woche

Frau StetsyukDie Nachrichten beruhen auf der laufenden Auswertung von FAZ, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Spiegel, ZEIT, Hamburger Abendblatt und Ostsee-Zeitung und werden von Galina Stetsyuk aus Hamburg zusammen gestellt.

21. November 2015

BSH verzichtet auf Fortschreibung des BFO-Ostsee

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verzichtet auf die Fortschreibung des Bundesfachplans Offshore Ostsee (BFO-O). Er gilt für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ). Der alte, im März 2014 veröffentlichte Plan gilt damit weiter.

Das BSH ist dafür zuständig, den BFO im Einvernehmen mit der Bundesnetzagentur (BNetzA) und in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie den Küstenländern aufzustellen. Der BFO enthält die räumliche Planung der Netzanbindungssysteme für OWP. Dafür legt er Planungsgrundsätze und standardisierte Technikvorgaben zugrunde.

Das BSH kam zum Ergebnis, dass sich für 2014 kein Fortschreibungsbedarf ergibt. Die nächste Fortschreibung steht für 2016 an.

Neue Netzanbindung in der Ostsee im Bau

Der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz Trasmisson GmbH treibt den Bau der Offshore-Stromtrasse zu den zwei genehmigten OWP nordöstlich von Rügen voran. Es geht um OWP Wikinger und OWP Arkona-Becken Südost.

An der Anlandestelle Lubmin wurden die ersten Leerrohre unter einem Naturschutzgebiet verlegt, so der 50 Hertz-Projektleiter. Die rund 90 km lange Seetrasse sei inzwischen auf Munition und archäologische Funde geprüft worden.

Die Verbindung soll 2018 ans Netz gehen. Die Investitionssumme dürfte bei 1,5 Milliarden Euro liegen.

Deutsche Windtechnik AG wird stärker im Ausland tätig

Die Deutsche Windtechnik AG verstärkt ihre Auslandsaktivitäten in Spanien, Polen und Großbritannien. Das mittelständische Unternehmen aus Bremen gehört zu den Offshore-Serviceanbietern der ersten Stunde.

Ende 2015 werden über 120 Mitarbeiter außerhalb Deutschlands, allerdings onshore, arbeiten. Der Anteil des Auslandsunsatzes soll binnen zwei bis drei Jahren von 12 % auf 30 % steigen.

14. November 2015

OWP Meerwind Süd/Ost steht zum Verkauf

Angeblich will der Finanzinvestor Blackstone den OWP Meerwind Süd / Ost verkaufen. Blackstone soll eine Investmentbank damit beauftragt haben, einen Käufer zu finden. Der 288 MW-OWP vor Helgoland ging 2014 ans Netz. Er kostete 1,3 Milliarden Euro.

Der OWP Meerwind Süd / Ost wurde als erster komplett mit privatem Kapital finanziert. Sein Verkauf könnte mehr als 1,4 Milliarden Euro einbringen. Es soll bereits Interessenten geben.

Die Blackstone Group L.P. ist eine börsennotierte, US-amerikanische Investmentgesellschaft (Hauptsitz: New York.) Blackstone gehören 80 % an der Bremerhavener WindMW GmbH, die den OWP besitzt. Die anderen 20 % gehören der Berliner Windland Energieerzeugung GmbH, die sich seit 2000 ausschließlich auf die Offshore-Entwicklung nebst Netzanbindung konzentriert.

Turbinenhersteller Siemens und Nordex veröffentlichen positive Zahlen

Siemens und Nordex wachsen in der Turbinensparte. Siemens dürfte sich im vierten Quartal besonders über die Entwicklung im Offshore-Bereich freuen und die Prognose für 2015 wie geplant erfüllen. Der Auftragseingang in der Division Wind Power und Renewables stieg um 50 % auf 2,7 Milliarden Euro. Hauptgrund ist ein Groß-Auftrag über 1,2 Milliarden Euro.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Aktie kletterte allein am 12.11.2015 um 4,6 % auf 95,24 Euro.

Auch Nordex wächst weiter profitabel. Die Aktie legt zu. Besonders gut entwickelte sich die Nachfrage aus Europa und Südafrika. Das Unternehmen verkauft in den ersten neun Monaten von 2015 Turbinen mit über 1.500 MW Leistung. Der Konzerngewinn klettert um über 60 Prozent. Norden hob das Umsatzziel auf 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro an.

7. November 2015

Immer mehr Strom kommt aus Erneuerbaren Energien

Die Windenergie in Deutschland kommt voran. Neue Meilensteine sind die OWP EnBW Baltic 1 und 2 in der Ostsee.  2015 soll gut ein Drittel des Stroms aus regenerativen Quellen kommen.

Diesen neuen Rekord prognostizieren der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW). 2014 hatten EE rund ein Viertel des Strommixes ausgemacht. Besonders Wind- und Solarkraft verzeichnen ein deutliches Plus.

Die installierte Gesamtleistung beträgt schon über 38.000 MW. Bis Ende Oktober produzierten Windräder hierzulande bereits 63 Milliarden KWh Strom (nahezu + 50 % gegenüber Vorjahreszeitraum).

Offshore-Windparks bringen Gewerbesteuer

Die OWP in der Ostsee bringen dieses Jahr 1 Mio. € alleine in die Landeskasse von Mecklenburg-Vorpommern, so ein Sprecher des Finanzministeriums. Hiervon profitiert vor allem das Land. Betroffene Küstengemeinden gehen weitgehend leer aus.

Johann Georg Jaeger MdL (GRÜNE) legte daher einen neuen Verteilungsplan für die Gewerbesteuer in Mecklenburg-Vorpommern vor, wonach betroffene Gemeinden mit Sichtbelastung mehr vom Aufkommen erhalten sollen. Das würde für mehr Akzeptanz sorgen. Für die SPD lehnte Jochen Schulte MdL dieses ab: Alle Gemeinden würden über den kommunalen Finanzausgleich von den Steuereinnahmen aus den OWP profitieren.

Größte schwimmende Offshore-Anlage entsteht vor Schottland

Windräder auf See produzieren fast doppelt so viel Strom wie Anlagen an Land. Deshalb werden sie immer beliebter. 2020 könnte bis zu 40 GW Windkraft im Meer installiert sein, schätzt die European Wind Energy Association. 

Allerdings lassen sich Windräder kaum in tiefen Gewässern fest verankern. Deswegen entwickelt die Industrie schwimmende Anlagen, um Windräder auch in großen Wassertiefen einsetzen zu können. Die erste Testanlage dieser Art („Hywind“) entstand 2009 vor Norwegen in 100 m Wassertiefe. Investor war Statoil. Siemens lieferte die Turbine.

Vor der Küste Schottlands soll nun der größte schwimmende Offshore-Windpark der Welt entstehen. Statoil will fünf 6 MW-Turbinen in über 100m Wassertiefe installieren. Die Regierung in Edinburgh gab für das ebenfalls genannte Hywind genannte Projekt ihr Einverständnis gegeben, berichtet u.a. das Nachhaltigkeitsportal edie.net.

31. Oktober 2015

Konsultation zum Offshore-Netzentwicklungsplan hat begonnen

Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW veröffentlichten am 30.10.2015 den Entwurf des Offshore-Netzentwicklungsplans 2025 (O-NEP). Der O-NEP bestimmt den Ausbaubedarf des Offshore-Netzes. Er fügt die Entwicklung des Übertragungsnetzes an Land, die räumliche Planung auf See und die technischen Rahmenbedingungen mit detaillierten Angaben zu Beschaffenheit, zeitlicher Abfolge, Realisierungszeiten und Kosten für die nächsten zehn bzw. 20 Jahre zusammen.
Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verlangt die jährliche Fortschreibung. Am Ende entscheidet die Bundesnetzagentur als zuständige Regulierungsbehörde. Die Öffentlichkeit kann bis zum 13. Dezember 2015 zum Entwurf Stellung zu nehmen. Nähere Informationen sind im Internet unter www.netzentwicklungsplan.de zu finden.

Auch Großbritannien setzt auf Offshore-Windenergie

Vor den britischen Küsten entstehen immer mehr und immer größere Windparks.

Die dänische Dong Energy beschloss, mit dem OWP Walney Extension den größten OWP der Welt in der Irischen See westlich der Isle of Man zu bauen. Mit einer Leistung von 660 MW übertrifft das Projekt den bisherigen Spitzenreiter London Array (630 MW), den ebenfalls Dong Energy realisierte. Dong verlässt sich nicht auf einen Hersteller allein und bestellt die Turbinen bei Vestas und Siemens.

Die RWE Innogy GmbH fand drei Partner für den OWP Galloper (336 MW/ 56 WEA) vor der britische Südostküste: Siemens Financial Services, Macquarie Capital aus Sydney und die staatliche britische Green Investment Bank. Jeder beteiligt sich mit 25 % am OWP. Die Investition beträgt 2 Milliarden Euro. Der OWP soll bis März 2018 in Betrieb gehen. Laut RWE Innogy-Chef Hans Brüntig will RWE mit dem Ausbau der Windenergie die wegbrechenden Erträge aus den fossilen Kraftwerken ausgleichen.